Mobilität
Mobilität stellt eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dar. Gleichzeitig haben sich die Mobilitätsbedürfnisse – aufgrund von technischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen – grundlegend gewandelt. Nicht nur verfügen wir heute über die Möglichkeit große Entfernungen zurückzulegen, sondern wir können dies auch in erheblich kürzeren Zeiträumen bewältigen. Dieser „Zugewinn“ an Mobilität führt jedoch zu einer steigenden Belastung unserer Umwelt und führt beispielsweise in urbanen Zentren zu erheblichen räumlichen Verzerrungen zwischen Arbeits- und Wohnorten: Eine Veränderung der Mobilitätsbedürfnisse ist stark von der Entwicklung unserer zukünftigen Lebens- und Wirtschaftsweisen abhängig und stellt uns vor erhebliche Herausforderungen in unterschiedlichen Bereichen. Eine einheitliche Herangehensweise wird es zur Lösung – aufgrund der miteinander verbundenen Probleme (Querschnittsproblematik) nicht geben.
„Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Entwicklung – die Art und Weise, wie die Gesellschaft derzeit Personen und Güter befördert, ist jedoch nicht auf unbegrenzte Zeit nachhaltig.“ (Quelle: WBCSD , Mobilität 2030, Executive 2004, World Business Council for Sustainable Development, S.6)
Die durch Verkehr und Mobilität hervorgerufenen Probleme lassen sich anhand unterschiedlicher Indikatoren festmachen. Die Breite dieser Faktoren verdeutlicht den Querschnittcharakter des Themas Verkehr und Mobilität bzw. die damit verbundenen Herausforderungen. (angeleht an Quelle: BMU)
Klimaschutz
Knapp 20% der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Verkehrssektor, der damit erheblich zum Klimawandel beiträgt. Zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele in Deutschland wird der Verkehr zukünftig einen deutlichen Reduktionsbeitrag liefern müssen.
Luftschadstoffe
Die vom Verkehr ausgehenden Emissionen an Stickoxiden, flüchtigen organischen Verbin-dungen (VOC) und kanzerogenen Stoffen (Dieselruß, PAK und Benzol) wurden in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Dies ist angesichts des Verkehrsmengenwachstums ein beachtlicher Erfolg. Dennoch sind zur Erreichung vorgegebener Luftqualitätsziele weitere Reduktionen notwendig.
Lärm
Die Lärmbelastung stagniert seit Jahren auf hohem Niveau. Etwa 60 % der Bevölkerung fühlt sich allein durch den Straßenverkehrslärm gestört, ein beträchtlicher Teil davon ist sogar potenziell gesundheitsschädlichen Lärmpegeln ausgesetzt. Die Problemschwerpunkte sind in Ballungsräumen – mit dem Straßenverkehrslärm als wichtigster Quelle – zu finden und nachts entlang des mit Güterverkehr belegten Hauptnetzes der Bahn sowie in der Umgebung von Flughäfen.
Schutz von Natur- und Landschaftsräumen
Die Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr betrug im Zeitraum 2001–2004 durchschnittlich 115 Hektar pro Tag. Zur Erreichung des Ziels der Nachhaltigkeitsstrategie von 30 Hektar pro Tag sind auch im Verkehrsbereich weitere erhebliche Anstrengungen notwendig. Zudem haben gerade lineare Verkehrswege eine besondere Zerschneidungswirkung für Natur- und Landschaftsräume.
Städtische Lebensqualität
Die positiven und negativen Auswirkungen des Verkehrs tangieren wie in kaum einem ande-ren Politikbereich gleichzeitig ökologische und ökonomische sowie teilweise auch soziale Fragen. Besonders verdichtet treten diese Folgen in Städten und Ballungsräumen auf. Infolge der Verdichtungsprozesse sind die Auswirkungen hier mehr als die Summe der oben genannten Probleme, da sie die Lebensqualität der Anwohner bestimmter Verkehrswege de-terminieren können.