Neue Studie: Nds CO2-Vermeidungspotenziale und Vermeidungskosten
Im Zuge der Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes für Niedersachsen, hat das Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz eine Studie zum niedersächsischen CO2-Vermeidungspotenzial und Vermeidungskosten vorgelegt.
Die Studie zielt darauf ab die Handlungsoptionen für eine zukünftige niedersächsische Landespolitik zu identifizieren. Die Analyse verzichtet auf die Erhebung von Primärdaten und basiert weitestgehend auf einer umfassenden Literaturanalyse. Eine direkte Übertragung der Ergebnissen ist nur bedingt möglich.
Eine Grundempfehlung an die Landesregierung bzw. Regierungskommission Klimaschutz ist es sich an deutschen und europäischen CO2-Minderungszielen zu orientieren und auf die Aushandlung von landesspezifischen Minderungszielen zu verzichten. Vielmehr sollte auf die Umsetzung von konkreten Minderungsmaßnahmen gesetzt werden.
Die Autoren der Studie zeigen auf, dass in den Aktionsfeldern des Klimaschutzes zahlreiche Maßnahmen bereits kurz- oder mittelfristig umgesetzt werden können. Die Studie führt die folgenden Schwerpunkte für Klimaschutzmaßnahmen auf:
Kurzfristig:
- Förderprogramme vereinfachen und Aufbau einer Internetplattform mit dem Ziel der möglichen Einschätzung von Förderprogrammen insbesondere durch interessierte Bürger und KMUs ohne Einschaltung von Beratern;
- Einrichtung energetischer Mietspiegel in Städten und Kommunen;
- Förderung des Anbaus von Energiepflanzen sowie deren Nutzung;
- Initiierung von Pilotprojekten zu neuen Geschäftsmodellen wie beispielsweise Energie-Contracting;
- Entwicklung einer "Forschungslandkarte" für das Energieland Niedersachsen beispielsweise als interaktive Karte im Internet mit den Einrichtungen sowie deren Forschungskompetenzen;
Mittelfristig:
- Schaffung geeigneter Organisationsstrukturen zur Koordinierung landesweiter Klimaschutzaktivitäten;
- Gebäude:
- Durchführung von Stadt- und Dorfwettbewerben zum Energiesparen mit verschiedenen Kategorien nach Größe und Rahmenbedingungen (großer Altbaubestand, ländliche Struktur, Oberzentrum, ...);
- Konzentration von Förderprogrammen auf bestimmte Kernzielgruppen zur Erhöhung der Sanierungsrate und Steigerung der Energieeffizienz;
- Landwirtschaft:
- Verbessertes Wirtschaftsdüngermanagement;
- Stickstofforientierte Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen;
- Beschleunigtes Genehmigungsverfahren für die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz;
- Verkehr:
- Durchführung von Informationskampagnen zum klimafreundlichen Verhalten im Verkehr;
- Initiierung von Pilotprojekten zur Mobilität durch Kombination von Car-Sharing-Projekten mit ÖPNV;
- Betriebliches Mobilitätsmanagement mit dem Ziel der Schaffung einer "neuen Mobilitätsstruktur";
- Nutzung der Telematik;
- Unterstützung und Förderung der Kommunen bei der Umsetzung von "Städten der kurzen Wege" durch eine integrierte Verkehrs- und Baulaitplanung;
- Erhöhung der Akzeptanz von Maßnahmen durch frühzeitige Beteiligung der Betroffenen;
- Abstimmung der Forschungsvorhaben der verschiedenen niedersächsischen Fachministerien;
- Aufbau eines spezifischen Datenbestands für Niedersachsen zum verbesserten Monitoring der Maßnahmen und als Basis für Prognosemodelle.
Bausteine einer niedersächsischen Klimaschutzpolitik
Die Autoren liefern mit der Studie zusammenfassend betrachtet eine erste konkrete Diskussionsgrundlage für die Ausrichtung der zukünftigen niedersächsischen Klimaschutzpolitik. Zu diesen Bereichen gehören die Sektoren: Erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung, Stromwirtschaft, Bauen und Wohnen, Verkehr, Industrie und Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Bildung, Öffentliche Gebäude, Forschung und Innovation.
<< zurück